Nachpostmodern realistisch

In der heutigen Literaturbeilage der FAZ bespricht Nicole Henneberg Aléa Toriks Roman „Das Geräusch des Werdens“:

Sie nennt ihn „ein gewagtes, außerordentlich gelungenes Debüt“. Ähnlich hat Thorsten Krämer vorvorgestern resümiert: „Denn das ist das überaus Sympathische an diesem Erstling: Er will alles und ihm gelingt eine ganze Menge.“

Frau Henneberg schreibt:

Zu Recht nennt sich Aléa Torik eine Realistin im Gefolge der Postmoderne, denn ihre Figuren, denen sie jeden Eigensinn zugesteht, bewegen sich mit tänzerischer Leichtigkeit durch die Welt.

Vorgestern hat Alban Nikolai Herbst sich ähnlich ausgedrückt:

Des weiteren sind wir alle, soweit wir unter Pseudonymen auftraten, im Netz Avatare, ja das Netz selbst ist ein Stück Literatur, und zwar nachpostmodern realistischer.

Der Bücherblogger antwortete darauf:

Die realistische Epoche des Romans ist zwar längst vorbei, aber die Postmoderne sollte nicht alles zur Disposition im Irrealen stellen.

Ich suchte, woher Frau Henneberg das hat, erst im Klappentext des Romans. Nichts. Aha, im Blog steht’s:

Ich bin eine realistische Schriftstellerin, die eindeutig der derzeit noch begriffslosen Gruppe der Nachfolger der Postmodernen zuzurechnen ist, die wahrscheinlich gar keine Gruppe ist. Ich kenne jedenfalls keinen anderen aus dieser Gruppe.

Zur Frage der Identität kann ich keine Meinung äußern, weil ich keine Informationen habe und weit von Berlin bin. Ich will die Leipziger Buchmesse abwarten und hoffe, dass mir keine von weiteren Besprechungen entschlüpft und causa pecuniae die alle online erscheinen.

4 Antworten to “Nachpostmodern realistisch”

  1. Sensationeller Fund – Identität geklärt « Der Buecherblogger Says:

    […] Eine erste Stellungnahme zur heutigen FAZ-Rezension findet sich hier. Ich hoffe dem bloggenden Kollegen mit diesem Dokumentenfund geholfen zu […]

  2. Der Buecherblogger Says:

    @Aléa Torik
    Eine sehr ehrliche Beschreibung Ihrer Rezeption des Blogs und des Buches. Chapeau! Allerdings Willkommen im Club!

    @Roberto Bolaño
    Sie haben die englische Ausgabe gelesen. Mich würde der Unterschied zur deutschen Übersetzung von Christian Hansen interessieren. Aber wahrscheinlich haben Sie die vermutlich gar nicht noch zusätzlich gelesen. Haben sie etwas zu Bolaño geschrieben? Ich habe Ihren Blog noch nicht intensiv durchsucht.

    Leser grüßt Leser

    Das „Herzlich“ kennen Sie schon von woanders. Meine ich jetzt aber einfach mal so.
    Als Schuss ins Unbekannte, das ist es meistens, was uns Menschen zu ebensolchen erst macht. Oder mit Roberto und der Voyage von Baudelaire, dem Sinne nach: Das Neue, dass wir immer schon kannten!

    Der Buecherblogger

  3. Der Buecherblogger Says:

    Sollte unter „Der Fall Torik“. Ist im Unbekannten falsch gelandet…

  4. holio Says:

    Hallo Bücherblogger,

    muss zugeben, dass mir Bolaño nicht so zusagt. Hab nicht viel behalten von seinen Werken. Aber ich weiß wohl, dass viele ihn sehr hoch schätzen, wird also ein tauber Nerv bei mir sein. Anders DFW, da haben mich die grotesken Mikrostrukturen fasziniert. Den würde ich vielleicht auch noch mal lesen wollen. Erinnere mich gut an die lange Eschaton-Passage, die etwas quälend war, bis Karte-Gebiet-Verwechslung zu Slapstick führte.

    Des Preises wegen hab ich den Unendlichen Spaß nur auf Englisch gelesen. Bei 2666 war’s auch der Preis, der den Ausschlag gab, und vielleicht hab ich daneben etwas gedacht, dass Spanisch -> Englisch vielleicht etwas routinierter erfolgt als -> Deutsch. Der Preis also war’s, ansonsten, klar, nicht mehr als Regen -> Traufe. Hansen hab ich nicht gelesen.

    Zur Frage: Über beide hab ich im Blog nichts geschrieben, glaube ich.

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