Rechnungen

Literaturnobelpreisträger Mo Yan über seine Schreibgeschwindigkeit:

《生死疲劳》刚出版时,采访我的记者老是问“你写了多少年?”我实事求是说写了43天。为什么写得这样快?因为我抛弃了电脑,重新拿起了笔,用43天写了43万字(稿纸字数),版面字数是49万。当我结束一天的工作,放下笔清点稿纸的页数时,那种快感是实实在在的。这样的状态,和写《透明的红萝卜》、《红高粱家族》、《丰乳肥臀》时很相似,没有任何小说之外的功利得失的考虑,也没有考虑读者评论家会怎么说。

Als der Überdruss erschienen war, fragten mich Journalisten: „Wie viele Jahre hast Du daran geschrieben?“ Ich antwortete ehrlich: 43 Tage. Wie so schnell? Weil ich den Computer abgeschafft hatte und wieder zum Stift gegriffen hab, hab ich in 43 Tagen 430.000 Zeichen geschrieben. Im Druck waren es dann 490.000. Wenn ich die Arbeit eines Tages beendet hatte, den Stift hinlegte und die Anzahl der Manuskriptseiten checkte, war das Vergnügen wirklich real. Beim kristallenen Rettich, dem roten Kornfeld und den großen Brüsten und breiten Hüften war es nicht viel anders. Ich habe über nichts außerhalb der Romane einen Gedanken verschwendet und auch nicht daran gedacht, was Leser und Kritiker sagen könnten.

Mo Yan schreibt auf gerastertem Manuskriptpapier (稿纸). Es gleicht Karopapier und in ein Karo wird ein Zeichen geschrieben. So kann ein Blatt eine definierte Zeichenanzahl aufnehmen und Mo braucht bloß die Seiten zu zählen, um auf die Menge der Zeichen schließen zu können.

Erst skalierte ich verkehrt und kam auf 16 in der Sekunde. Hui, das ist schnell. Aber einen Faktor 60 vergessen. Es sind 16 in der Minute oder eines alle vier Sekunden. Ein Zeichen entspricht ungefähr einem halben Wort, also sind es 8 Wörter in der Minute.

*

Lese zur Zeit Ricarda Huchs Dreißigjährigen Krieg und Thomas Manns Buddenbrooks. Das Huchbuch ist zu umfangreich, kann ich in Bus und Bahn nicht mitführen, da ich ohne Tasche unterwegs bin und nur Jackentaschen als Aufbewahrungsort in Frage kommen. Daher musste ich für den ÖPNV was anderes wählen. Noch trage ich einen Windblouson, da ist der Platz noch eingeschränkter. Im Winteranorak könnte ich Größeres unterbringen.

Ricarda Huch hat die Abmessungen 13,5 * 21,3 * 5,5 = 1580 ccm. Das sind mehr als 1,5 Liter. Die Buddenbrooks als Fischer TB haben 10,5 * 18 * 3,6 = 680 ccm. Es ist wohl dick, geht aber so gerade noch hinein in die Jackeninnentasche. Ist Papier so dicht wie Wasser, wiegt es 680 g, sieben Tafeln Schokolade. Ein ziemlicher Brocken.

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Im Schwimmbad einen Wasserspielbrunnen für Kinder gesehen, an dem Wasser stetig in einen Kegel läuft. Wenn der voll ist, kippt er um, entleert seinen Inhalt und schwingt wieder zurück. Dann beginnt das Spiel von vorn. Ein Perpetuum mobile ist es nicht, weil das hineinlaufende Wasser ständig hochgepumpt werden muss und so Energie ins System gesteckt wird.

Das Umkippen muss mit dem Schwerpunkt zu tun haben. Leer besteht die Kegelform aus einem äußeren Kegel minus einem inneren Kegel. Das Kegelvolumen sollte man über Integrieren gewinnen können. Der Radius nimmt mit zunehmender Höhe gleichmäßig zu: r(h) = a*h. Die Fläche ist π*r^2. Integriert ist das Volumen (π*a^2/3)*h^3.

Eine dünnwandige Kegelform hat das Volumen (π*a^2/3)*h^3 – (π*a^2/3)*h^3*(1-ε)^3 mit ε klein gegen 1. Wegen ε’s Kleinheit lässt sich die Entwicklung abbrechen und es bleibt das Volumen (π*a^2/3)*(h^3 – h^3*(1-ε)^3) ~= (π*a^2/3)*(h^3 – h^3 + h^2*ε) = (π*a^2/3)*h^2*ε.

Der Schwerpunkt befindet sich in der Höhe hs, wo das halbe Volumen erreicht ist: (π*a^2/3)*hs^2*ε = (π*a^2/3)*h^2*ε/2. Die Faktoren kürzen sich weg und es bleibt hs/h = (1/2)^(1/2) ~= 71 %.

Ist der Kegel mit Wasser gefüllt, haben wir eine andere Situation, nämlich einen soliden. Wie oben hergeleitet, ist das Volumen unter Vernachlässigung der Form dann (π*a^2/3)*h^3. Der Schwerpunkt befindet bei hs/h = (1/2)^(1/3) ~= 79 %.

Die Achse des Kegels am Wasserspielbrunnen wird sich bei 78 % befinden. Leer hängt er Spitze nach unten im stabilen Gleichgewicht. Langsam füllt er sich mit Wasser und der Schwerpunkt steigt empor. Ist er voll, liegt der Schwerpunkt oberhalb der Achse. Der Kegel befindet sich im labilen Gleichgewicht, doch das Wasser gibt einen Drall und der Kegel kippt um.

Eine Funktion Höhe des Schwerpunkts gegen die Zeit kriege ich leider nicht hin.

Experiment mit leerer Kegelform:

Bohrte weiter Löcher, bis ich eine Situation fand, wo der Kegel zwischen diesen beiden Zuständen hing. Nachgemessen war das eine Loch auf 70 % der Höhe, das andere auf 65 %.

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