Elektronisches Lesen

Kenne kein eBook-Gerät, aber hab früher mal auf einem Palm-Clone gelesen. Klar reizt eInk, die elektronische Tinte. Die Akkulaufzeiten sollen ja gut sein, was verständlich ist, wenn elektronische Arbeit nur dann verrichtet wird, wenn der nächste Text den alten ersetzen soll. Besser als immer in die Augen rein zu blenden, nur damit man was sehen kann.

Der Handspring Visor hatte allerdings eine schöne Funktion, dass man die Darstellung invers schalten konnte. Früh aufgewacht nach einer Nacht bei einer Frau konnte ich so im Dunkeln weiterlesen, ohne ein Licht anzuknipsen und sie aufzuwecken. Die Schrift war dann nicht schwarz auf Oliv wie tagsüber, sondern grün leuchtend auf nichtleuchtendem Grund.

Erinnere mich, dass ich damals Ernst Jünger las. Hatte aus der Bücherei Entliehenes gescannt, OCR drüberlaufen lassen und auf den PDA geladen. Beim erstmaligen Lesen nun hatte die Software den Vorteil, dass ich Scanfehler gleich korrigieren konnte. Zwar hab ich die Werke nicht ein zweites Mal gelesen, geschweige denn verteilt, aber als Arbeitsvorgang finde ich Lektorieren beim Lesen ganz in Ordnung. Stevensons Reise mit Modestine hab ich auch drauf gelesen.

Vielleicht hab ich den noch im Keller. Einen aufladbaren Akku hatte er nicht, sondern wurde von Batterien gespiesen. Der Datenaustausch mit dem Computer lief über eine Dockingstation. Man legte den flachen, gut 170 Gramm wiegenden, jackeninnentaschentauglichen Assistenten in seine Wiege, drückte auf einen Synchronisationsknopf und er tat das.

Da ist er ja:

Die Lesesoftware, deren Namen ich nicht mehr kenne, ist aber nicht mehr drauf, nur noch die Standardsachen😦

Auch als Navi ließ es sich nutzen. Mit einem aus den USA bestellten Kabel ließ er sich mit dem Garmin Etrex verbinden und so stapfte ich durch ein Bachtal im Hunsrück, mehr aufs Display als die Natur guckend, immer ganz begeistert, wie ich unsere Position auf der Karte verfolgen konnte. Raster-, nicht Vektorkarten, die ich zuvor gescannt, draufgeladen und kalibrieren gemusst hatte. Das Gerät verschob die S/W-Karte, wenn wir uns bewegten, während das Kreuz immer in der Mitte blieb, glaube ich. Aber mag mich täuschen. Nur dass Hügel rechts und links oft einen Empfang von den GPS-Satelliten verhinderten. Galileo gab es damals ja noch nicht.

Als die anderen dann mal die Hilfe meiner elektronischen Hilfe beanspruchen wollten, war das Pech, dass bei einem der beiden Geräte der Strom ausgegangen war. So orientierte man sich denn doch an Straßenschildern und nahm einen gar nicht so kleinen Dreiecksumweg über die nächste Autobahnauffahrt.

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