Wege des Surfens

Ein gewöhnlicher Samstag. Das Wetter ist schlecht. Nichts reizt dazu rauszugehen, obwohl ein Projekt „Riphahn-Bauten besuchen“ in der Pipeline steht.

Es beginnt mit

in der Timeline. Die Übersetzerin Julia Lovell (Disclaimer: besitze das von ihr übersetzte Dictionary of Maqiao von Han Shaogong) spricht schnell und britisch, für mich schwer zu verstehen. Bei 05:17 kann ich ein paar Worte nicht verstehen. Ab 04:09:

Well, the translator is a lady called Dai Congrong (戴从容, *1971), who is a professor of comparative literature at Fudan University in Shanghai, which is, to give a rough UK analogy, China’s Oxbridge and it’s taken her eight years. It’s been very much a labor of love, as I understand it, because as in the UK, for academics in China translation is not counted when you go for promotions, so you really have to do on your own time, as it were. And as she was trying to plan the translation, she considered various options for doing it. First of all she thought about creating new Chinese characters or combinations of characters to express Joyce’s own creativity, linguistic creativity in the book itself, but she decided that was too risky an option for someone to create new characters in Chinese. The problem is, people won’t know how to read them, because the phonetic element in Chinese characters is quite limited. So instead what she’s gone for is, I think, a very heavily annotated approach. So she’s done a Chinese translation and then each page has footnotes which are quite [unverständlich] linguistic complexity, so they’re in Chinese, they’re in English, they’re in Latin. And I think these heavy footnotes are also part of the appeal to Chinese intellectuals, because they’re reminiscent of the tough annotations which are typically used for editions of Chinese classics such as Confuciuses analects.

Dass Finnegans Wake sich in China gut verkauft – aus Prestigegründen – war schon zuvor in den Medien.

Wie sieht nun das von Dai Congrong übersetzte Buch von innen aus? Eine Google-Bildersuche findet nicht viel, nur ein kleines JPG, welches einen Eindruck vermittelt, sich aber nicht entziffern lässt:

http://www.chinesepen.org/Article/srsh/201212/Article_20121230044748.shtml

Der Untertitel lautet ungefähr:

《芬尼根的守灵夜》中译本书页内的注解遍地开花,对读者的阅读是一大考验。

Anmerkungen blühen überall auf den Seiten der chinesischen Übersetzung von Finnegans Wake und das Lesen wird zu einer Prüfung für den Leser.

Eine Suche auf Twitter findet, dass Jenny N. Crumbsey kürzlich den ersten Band gekauft hat:

Eine Bitte um ein Foto wäre aber wohl zu verwegen.

Beim Durchstöbern ihrer Tweets auf den hier gestoßen, den sie weitergeleitet hat:

Nun war ich gefesselt von dieser 840-Zeichen-Stickerei (das Herz 心 in der Mitte soll erst von Späteren eingefügt worden sein) der Su Hui, 4. Jahrhundert. 2848 Lesarten soll es geben, heißt es. Hier sind Lesarten aufgeführt, wieviele, kann ich nicht abschätzen. Reizvoll wäre es, sie aufrufbar zu machen, etwa so:

palindromgedicht_openoffice_lesart_3
钦所感想妄淫荒 心忧增慕怀惨伤 仁智怀德圣虞唐 贞志笃终誓穹苍

palindromgedicht_openoffice_lesart_4
诗兴感远殊浮沉 时盛意丽哀遗身 始终曜观华繁殷 徵流商歌郑南音

palindromgedicht_openoffice_lesart_5
邵南周风 兴自后妃 卫郑楚樊 厉节中闱 咏歌长叹 不能奋飞 齐商双发 歌我兖衣 曜流华观 冶容为谁 情徵宫羽 同声相追

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