Gelichter

Weiß noch nicht so genau, über wen ich hier so genau schreiben will. Man könnte sich über Medienheinis aufregen, die uns ihre weise Weisheit aufdrängen wollen, von jedem Tiefgang befreit. Man könnte sich über Hoeneß aufregen, der sich sprachlich grottenschlecht ein-, zwei- und sogar dreimal im Bett wälzt, weil er Steuern hinterzogen hat. Man könnte sich übers schlichte Gelichter aufregen, welches im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit steht (gut, mein Vorurteil). Man könnte über Menschen richten, die ihre Privilegien als Sprosse einer reichen Nation als naturgegeben und unhinterfragbar hinnehmen. So einer schlufft langsam über den gemeinsamen Boden unserer Existenz und man muss aufpassen, dass man nichts zu Nichtlinkes sagt. Man könnte den Boden verlassen und sich in geistigen Sphären tummeln. Man könnte Bücher lesen, die einem von anthroposophischen Kollegen geschenkt wären, und die, wie das von Pietro Archiati mit „und alles Menschliche zu vergöttlichen“ enden. Man könnte seine Meinung auch einkapseln und sich störrisch und trotzig wie ein Esel verhalten. Wie Modestine. Man könnte Stevenson aber auch lesen und wäre fast einen Schritt weiter. Man könnte im feinen, weißen Sand des Rodenkirchener Strands baden gehen. Man könnte aber auch wegen der Abwässer der Schiffe drauf verzichten. Man könnte nachts betrunken in den Rhein springen und ertrinken. Man könnte aber auch ein Herzensschloss an der Hohenzollernbrücke anbringen, welches sich nie aufschließen ließe, weil man den Schlüssel in den Fluss geworfen hätte. Man könnte auf der einen Rheinseite stehen und die Touristen ansehen, man könnte es aber auch auf der anderen Rheinseite tun. Auf der einen Seite Dom und Hauptbahnhof und Philharmonie, auf der anderen RTL, Hotel und bald Lanxess. Man könnte Bücher lesen und Bücher und Bücher noch und noch. Das wäre wohl das Beste im Einklang mit der Realität, die auch zählen soll.

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