bildungsnerf

„Bildungsfern“ sei auf einer Liste von 23 sozialen Unwörtern, welche die deutsche Armutskonferenz festgelegt habe, informiert Claudia Wirz. Aha, deshalb also fehlen Bildungsferne in der EKD-Orientierungshilfe, sie schon vermisst gehabt.

Die EKD weicht also auf ein ungewohntes Gegenteil von „nah“ aus, sie stellt „bildungsnahen Familie“ (sic) „bildungsungewohnte Familien“ gegenüber (60) – freilich ohne die Nahen in Gewohnte umzutaufen. In (74) verschärft sie ihre Anklage und spricht von „bildungsbenachteiligten Familien“. In (76) werden erneut „bildungsnahe Familien“ mit „bildungsungewohnten Familien“ kontrastiert. Ersteres finde sich mehr „in bildungsorientierten Mittelschichten“, andere Schichten produzierten mehr „bildungsungewohnte Kinder“. Johann Hinrich Wichern habe sich im 19. Jahrhundert mit „Bildungsarmut“ auseinandergesetzt (113). Die OECD lege die Messlatte eines „Bildungsniveaus“ an (116). Verbände und Expertinnen und Experten sorgten sich um die „Bildungsbeteiligung von Kindern“, als Ideal wird „Bildungsgerechtigkeit“ genannt (116).

Doch, in (121) tauchen nun doch noch einmal „bildungsferne Familien“ auf. Sie entstammen älteren Sinus-Milieu-Studien, entnommen Wippermann 2011, vor der Ächtung.

Schließlich in (138) redet die Ad-hoc-Kommission von „Bildungschancen“ und „Bildungsangeboten„.

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