Irritation

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Wenn freitags eine Viertelstunde vor Feierabend eine Kollegin auf mich zutritt, recht langsam, weil alt. Und ansetzt zu sprechen. Dabei muss sie arg hoch blicken, weil ich fast doppelt so groß wie sie bin. Dazu redet sie stockend und etwas nuschelig. Beim Thema bin ich es selbst schuld, weil ich ihr jüngst die Schwangerschaft des Kükens verraten hatte. Anscheinend interessiere ich mich für Frauenfragen, dass sie nun ein Gespräch mit mir darüber suchte, ob sie reif genug für ein Kind seien, übers Jugendamt und erzählte von einem Pflegekind in ihrem Bekanntenkreis. Sagt man was, dauert es zwei, drei Momente, bis sie reagiert. Wie bei einer Satellitenschalte. Man ist irritiert, meint, sie habe einen nicht verstanden. Gut, sie trägt ein Hörgerät. Doch kommt die Antwort nach dem Zeitschlitz doch noch, stockend. Verkrümmt stand ich da, einerseits um mich auf ihre Höhe zu begeben, andererseits, weil mir die Gesprächssituation unangenehm war. Was soll man dazu sagen außer Phrasen? Bestätigen ist immer gut. Und wie sich entziehen? Mit einem Schlusswort am besten. Es fiel mir aber keins ein. Also kurz schweigen und dann weggehn. Ich meine, so hab ich’s gemacht.

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