Herta Müller

Zu nachtschlafener Sendezeit vor OLYMPUS DIGITAL CAMERA Stunden ein sehr schönes, huldigendes, dreiviertelstündiges, stimmungsvolles Porträt von Herta Müller von Angelika Kellhammer gesehen. Ihre Kindlichkeit und Sinnlichkeit kommen gut zum Zuge. Zu Wort kommen sie, Richard Wagner, Ernest Wichner und Peter Englund als Frischling. Das musikalische Hauptthema gefühlig à al Geck Scheck, passt hier aber. Aber auch kommunistische Jubellieder, impressionistisches Klavierspiel, drängende Rockmusik bei der Aktionsgruppe Banat, und bei der Ausreise Ton Steine Scherben. In Stockholm dann Janis Joplin. Ein Interviewsetting draußen über einer Stadt, Verkehr rauscht im Hintergrund, und da steht eine Kirche. Berlin?

herta_mueller_kirche_450

Auffällt die heutige strenge Stilisierung gegenüber den Jugendfotos – an Fotos zeigt Kellhammer viele schöne. Schwarze Haare, weiße Haut, schwarze Kleidung. Ihre Lippen so stark geschminkt wie Miley Cyrus.

Am Ende ruft sie aus: „Wäre ich doch Schneiderin geworden!“ und Kellhammer hievt uns aus dem Sofa heraus auf die Metaebene, indem sie die Kamera noch ein bisschen weiter laufen lässt, Mikrofonkabel abgezupft werden und Teile vom Körper von jemandem hinter der Kamera ins Bild rücken.

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