Lukas als Marienmaler

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In Schedels Weltchronik Blatt CVIII heißt es über den Evangelisten Lukas mehr oder weniger ungefähr so:

Lukas, der Evangelist und Jünger Christi aus Antiochia, der Stadt in Syrien, gebürtig, ein Arzt, der griechischen Zunge nicht unmächtig, ein Nachfolger des Apostels Paulus und ein Weggefährte aller seiner Pilgerschaft, der nicht von ihm wich, war ein Mensch ohne alles Laster. Als dieser Lukas nun verstanden hatte, dass zwei Evangelien vorhanden wären, durch Matthäus im jüdischen Land und durch Markus im welschen Land, da hat er auf Anregung des Heiligen Geistes in der Gegend von Achäa, wie er von Sankt Paulus gelernt hatte, sein Evangelium geschrieben, von dem Sankt Paulus spricht: Wir haben mit dem geschickt einen Bruder, des Lob ist im Evangelium durch alle Kirchen. Und an einem andern Ort: Euch grüßet Lukas, der Arzt, mein Allerliebster. Doch hatte er sein Evangelium nicht allein von dem Apostel Paulus, sondern auch von anderen Aposteln gelernt, wie er selbst meldet: Wie uns die gelehrt haben, die es von Anfang an gesehen haben und Diener der Predigt gewesen sind. Sie sagen auch, dass er dessen von der seligen Gottesgebärerin Maria (deren Freundschaft er sich bedient habe) unterwiesen worden sei, und nach denen er auch in der Kunst des Malens unterrichtet war, und da er um die Jungfrau Maria viel Wandels und Wohnung hatte, so hat er (wie Damaszenus setzt) ihr Bildnis oftmals entworfen und abgemalt, derselben Bildnis dann noch zweimal in Rom vorhanden ist, von denen das eine zu Sankt Maria de Populo in großer Ehrwürdigkeit bewahrt wird. Und als er 74 Jahre ohne ein Weib geblieben war, da starb er in Bithynien am 18. Oktober. Im 20. Jahr des Kaisers Constantius II. wurden seine Gebeine nach Konstantinopel gebracht. Jetzt ruhen die zu Padua in der Kirche Sankt Justina.

Die Stellen sind:
2. Korinther 8,18: „Wir haben aber den Bruder mit ihm gesandt, dessen Lob am Evangelium durch alle Gemeinden geht.“ Eine andere Übertragung hat: „dessen Lob in Sachen des Evangeliums“.
Kolosser 4,14: „Es grüßt euch Lukas, der Arzt, der Geliebte, und Demas.“
Lukas 1,2: „wie uns das überliefert haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Worts gewesen sind“.

Der Damaszener ist Johannes von Damaskus (650 – 754). Er nahm im Bilderstreit Partei für die Bilder. Joseph Langen (1837 – 1901, Bonn) gibt in Kap. XX seiner Monografie über den Kirchenvater dessen Verteidigungsrede über die Bilder an Konstantinus Kabalinus wieder: „Schon der Evangelist Lukas malte das Bild Maria’s und sandte dasselbe dem Theophilus [an den er das Evangelium richtete] (n. 6).“ (S. 188). Tatsächlich heißt es im Text kaum umständlicher: „6. Videsis et sanctum evangelistam ac apostolum Lucam; nonne is pretiosum intemeratissimae semperque virginis Mariae imaginem pinxit, et ad Theophilum misit?“

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