CottEnDetail 4

Einleitend mit „Gegenüber befindet sich die Pfandleihanstalt für teure Kunst.“ seziert der Hund Cocker Kunstausstellungen und ihre Besucher. In einer Fußnote spricht Cotten von der Zentralperspektive. Fühle mich allein durchs Fallen des Worts bestätigt.

„Ich gebe zu, ich war nicht in der Ausstellung.“ Ununterdrückbar taucht der Nichtbesuch einer 20-€-teuren Veranstaltung mit Byung-Chul Han auf der phil.cologne aus dem Gedächtnis auf. Als Spektakeljäger schaute ich mir aber wenigstens die Leute an, die sie besuchten. Niemals wird diese Verknüpfung der Passage mit Selbsterlebtem sich wieder lösen. Immer wird das eine das andere heraufbeschwören.

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(Diese Spritzer sind immer auch nicht zuletzt an die Autorin gerichtet, denn unsere Weltanschauung ist, dass es Kreative interessiert, wie ihr Werk in Konsumenten wirkt. Es gibt strenge und geltungssüchtige Autorinnen, die wollen genauso verstanden werden, wie sie’s gemeint haben. Versteht der Leser’s nicht so, fehlen ihm vielleicht Voraussetzungen. Vielleicht sollte er erst mal de Saussure lesen, sich auf Stand bringen, damit er erst dann etwas Fundiertes zum Buch absondern kann. Andere sind vielleicht nicht so gekränkt, wenn es anders aufgenommen wird als geplant. Sie schätzen Leserreaktionen auf ihren Output als Input. Ist doch das Lesen wiederum, wenn auch niedriger angesiedelt, ein kreativer Prozess und eine Leserrezension gar hat schon als selber wieder Geschriebenes einen Wert.)

Der „Gebrauch des Unbrauchbaren“ in Gunnar Kaisers Kritik dürfte der Useless Tree sein:

zhuangzi_der_baum_auf_dem_berg

oder eher noch an dieser Stelle am Ende von Kapitel 1, übersetzt von Martin Palmer mit Elizabeth Breuilly:

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今子有大樹,患其無用,何不樹之於無何有之鄉,廣莫之野,彷徨乎無為其側,逍遙乎寢臥其下?

Now you, Sir, have a large tree, and you don’t know how to use it, so why not plant it in the middle of nowhere, where you can go to wander or fall asleep under its shade?

James Legge hat es etwas ausführlicher:

You, Sir, have a large tree and are troubled because it is of no use – why do you not plant it in a tract where there is nothing else, or in a wide and barren wild? There you might saunter idly by its side, or in the enjoyment of untroubled ease sleep beneath it.

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