CottEnDetail 9

Beklemmend, wie Wörter, die man selbst benutzte, dann (= danach) im Text erscheinen. Die Schuhbänder (FR 257.2) aus meinem Fünfzigsten, das nicht ausgeschriebene Alter „starb mit 38“ (FR 252.9) wie Bockelmanns „mit 66“ ebendort, die gestrige Prokrastination (FR 264.-14), der Bruchteil „ein Achtel“ (FR 259.1) gegenüber meinen zwei Dritteln, Cottens „Abstrakta“ (FR 250.2) nach meinen Konkreta vorgestern, ihr „Abwasch“ (FR 263.5) und mein Spülen, so „hin und her“ (FR 260.-3) gerissen wie gestern ich.

Man müsste die Wahrscheinlichkeit begutachten, dass es Zufall ist. Gut, Prokrastination nicht eben unwahrscheinlich, das war 2010 Mode. Eher anachronistisch, dass ich noch davon spreche. Doch stehen wir auf realistischem Boden und glauben nicht an Bastian Balthasar Bux. Noch schöner, würden die Staben im Buch sich mit dem Leser ändern. Also nehmen wir es als Zufall hin. Oder aber als Indiz dafür, dass das bisherige Buch den Leser so beeinflusst hat, dass er cottensch denkt und formuliert. So weit wie „Dieses Buch wird Ihr Leben verändern“-Scheck wollen wir freilich nicht gehen.

Noch zu lesen: Echo. Das mit Wiedergabesperenzchen auf den ersten Blick aufwartet. (Ein sinnvolles Sperenzchen fast übersehen gehabt. In der Regel stehen am Fuß auf den linken Seiten neben ihrer geraden Zahl die laufenden Kapiteltitel, rechts nichts. Das zieht sich konsequent durch, nur bei Bettine & Bettines Mutter nutzt Suhrkamp den Platz anders, nämlich für zusätzliche Information, indem es auch den rechten Ort verwendet und je nach Autor des drüber stehenden Gedichts entweder „Bettine“ schreibt oder „Bettines Mutter“. Fast hätten wir es nicht bemerkt. Eine andere Problematik bei den Gedichten im Band jedoch nicht gelöst. Wann beginnt nach dem Umblättern ein titelloses neues? Wenn genug Platz hinter dem vorigen leer blieb, klar. Füllt das vorige aber die Seite so ziemlich ganz aus, muss man nach inhaltlichen Sprüngen suchen. Schwer bei Cotten. Besser wäre Suhrkamps Säzzer beraten gewesen, hätte er Neues mit einem Initial begonnen oder das erste Wort in GROSSBUCHSTABEN.)

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Keine Lust einen zehnten Splitter anzufangen.

In Echo wider dem ersten Überfliegen keine akustischen Wiedergabeprobleme, sondern, wie es aussieht, optische. Siehe „geqeneinander“ (FR 279.6) et al.. Als wären es OCR-Fehler. Aber kein durchgängig schlechtes Erkennen, sondern zersprenkeltes wie von Teeflecken. Ganze Läufe von Wörtern über eine ganze Seite hinweg sind ok, dann ein unerkannter Sprenkel. Häufiger stören was wie Cup-ups wie von Burroughs.

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