Lazarus

Jesus nach Johannes 10, 16 in Jerusalem: „Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; auch diese muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden.“ Paulus‘ Heidenmission? Die Juden wie ein Moslem: „Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du als ein Mensch dich selber zu Gott machst.“ Jesus: „damit ihr zur Erkenntnis kommt und in ihr bleibt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm.“ Dann geht Jesus nach jenseits des Jordans, wo Johannes getauft hat, ist das Bethanien? Aber auch Lazarus im Ff. ist von Bethanien. Er liegt krank alldort im Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. Diese sind Fans von Jesus. Alle drei eigentlich sind Anhänger des zukünftigen Religionsgründers, so kann Johannes Lazarus als Bruder von Maria und Martha bezeichnen.

Die Frauen schicken nach Jesus: Dein Fan Lazarus ist krank, komm schnell her! Jesus aber sprach: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, dass der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde.“ Als Lazarus das (nicht) hörte, fühlte er sich instrumentalisiert. Jesus wartete noch zwei Tage, heißt es bei Johannes, ehe er sich auf den Weg machte. Seinen Jüngern, die ihn warnen, wieder nach Judäa zu gehen, wo man ihn versucht hatte zu steinigen, sagt er: „Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, dass ich ihn aufwecke.“ Die Jünger verstehen ihn miss, nämlich wörtlich, und sprechen: „Wenn er schläft, wird er schon wieder gesund.“ Doch Jesus hatte mit Schlaf den Tod gemeint. Wieder instrumentalisiert er ihn zur Verkündigung seiner Mission: „Ich bin froh um euretwillen, dass ich nicht dagewesen bin, auf dass ihr glaubet.“ Denn er hat vor ihn von den Toten wiederzuerwecken.

Johannes fährt fort: „Da kam Jesus und fand ihn schon vier Tage im Grabe liegen.“ Es ist ein Höhlengrab, der Tote wurde mit umwickelten Händen und Füßen und einem Schweißtuch vorm Gesicht in einer abgelegt. Wieder geschieht ein Missverständnis. Jesus sagt Martha: „Dein Bruder wird wieder auferstehen.“ Martha: „Ich weiß, am Jüngsten Tag.“ Da hebt Jesus nun an: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben.“ Und er will Lazarus wieder lebendig machen. Doch Martha, die Schwester des Verstorbenen, warnt: „Herr, er stinkt schon.“ Maria zuvor hatte Jesus auf Knieen betört: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Mittlerweile glauben wir fast, dass Lazarus, Maria und Martha vielleicht wirkliche Geschwister gewesen sind.

Die zweifelnden Juden bezweifeln seine Wunderkräfte: „Konnte, der dem Blinden [Matthäus 12, 22?] die Augen aufgetan hat, nicht schaffen, dass auch dieser nicht stürbe?“ Das macht den Messias sauer. In den Worten des Offenbarers: „Da ergrimmte Jesus abermals in sich selbst und kam zum Grabe.“ Er spricht ein bisschen leise zu sich selbst beziehungsweise seinem Vater – nicht dem Josef – dass er hier ein wenig Show machen müsse, dann verlangt er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Lazarus war schon am Verwesen gewesen. Die Last seines leiblichen Seins in der Welt war von ihm am Abfallen gewesen. Er war schon tot, sein Fleisch verrottete, seine „Schwester“ Martha hatte erkannt: er stinkt schon (Joh 11.39). Doch der kommende Christ will die Natur bezwingen: „Steh wieder auf!“ Und im Lichte des Evangeliums kann der arme Lazarus nicht anders, als seine Glieder wieder zu regen: „Und der Verstorbene kam heraus“ aus der Höhle. Ob es ihm gut ging damit, erfahren wir nicht. Er ist allein Objekt der Wundertat des Rabbi. Im Einzelnen schreibt Johannes: „Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen und sein Angesicht verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen [den ungläubigen Juden]: Löset die Binden und lasset ihn gehen! Viele von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.“

Ob Lazarus lieber tot oder lebendig gewesen wäre, erfahren wir nicht. Wie schwer es ihm fiel, seine Auferweckung vor den anderen Gliedern der Gesellschaft zu rechtfertigen, nicht. Ob er, lebte er gern, verzweifelt sich fragte, warum der Auferweckungsmeister zwei Tage gezögert hatte, nicht. Wäre sein Fleisch dann doch nicht so verfault gewesen. Doch ist Lazarus nicht Individuum, sondern Objekt der Potenz des Predigers. Jesus berechnet, wie er die Ungläubigen überzeugen kann. Und Lazarus muss dran glauben.

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