RüGENDERweise

Sehr geehrte Frau Annelene Gäckle, M.A.,

Ihren Einstieg „1. Zum Nachdenken“ mit der bekannten Geschichte der operierenden Mutter, auf die niemand kommt, finde ich misslungen. Das generische Maskulinum ist hier verfehlt. Es wird verwendet, wenn man sich über das Geschlecht noch nicht sicher ist. Etwa bei der Anweisung: „In solchem Falle nimmt der Arzt dem Patienten zunächst einmal Blut ab.“ Sie soll alle Fälle abdecken, ob ein Arzt einem Patienten, eine Ärztin einer Patientin, eine Ärztin einem Patienten oder ein Arzt einer Patientin Blut abnimmt. Ganz zu schweigen von Transformen auf Arzt- und oder oder Patientenseite.

Nur wenig umständlicher könnte man freilich auch schreiben: „In solchem Falle nimmt der Arzt oder die Ärztin der Patientin oder dem Patienten zunächst einmal Blut ab.“ Wobei das trans* noch nicht erfasst wäre. Kurz, das generische Maskulinum ist hier sinnvoll, weil noch nicht bekannt, welchen Geschlechts die Personen sein werden, welche die Rollen ausfüllen.

Anders, wenn ich eine Geschichte schreibe, zum Beispiel über Lehrende. Da hab ich die Person im Kopf und ist sie weiblichen Geschlechts, bezeichne ich sie als Lehrerin. Ein solcher Fall liegt meiner Ansicht nach in Ihrer Anekdote vor. Es sind konkrete Personen und die Zuhörenden übertragen zu Recht das verwendete grammatische Geschlecht auf das tatsächliche. Dass sie in eine Falle gelockt werden, um gesellschaftliche Missstände anzuprangern, ist mit solcher Methodik unlauter, meine Meinung. Gut passt dazu Ihre illustrierende Gliederpuppe, die folgsam diejenige Stellung einnimmt, die die manipulierende Menschenbildnerin ihr gerade verleiht.

Soviel nur für jetzt und vorerst, denn über Seite 3 habe ich noch nicht hinausgelesen.

Einer Ihrer
Bild5301_25prozent

*

PS. Nun bis zum Ende gelesen.

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