Schwarzes Loch und nöcher

Heute zweimal in belletristischen Werken auf schwarze Löcher gestoßen. Rein und raus.

Bild5397

Erst in Chan Koonchung’s The Unbearable Dreamword of Champa the Driver:

好像是对着黑洞在说话。

Champa kommt gegenüber Nyima, der eine schwarze Sonnenbrille trägt, ins Reden. Es strömt alles aus ihm heraus, seine Sorgen, Gedanken. Nyima lässt keine Reaktion erkennen hinter seiner dunklen Brille. Champa weiß nicht, ob er geduldig zuhört oder an etwas ganz anderes denkt. „Es war, wie in ein schwarzes Loch hinein zu sprechen.“

Bild5398

Später bei der Zweitlektüre von Ann Cottens Erzählung Seekühe der Kunst:

Ich blieb still, saß wie eine lichtlose Stille in der lichtlosen Stille und hörte die minisküle Mozart-Symphonie, die aus den Ritzen der Sofas sich zu retten schien wie aus einem schwarzen Loch.

Hier heraus. Nach Hawking gibt es das. Wenn Teilchen und Gegenteilchen beiderseits des Ereignishorizonts entstehen, das eine reinfällt und dem anderen genug Schub verleiht, dass es wegstrahlt. Weil das Teilchen außerhalb entstanden ist, trägt es keine Information heraus, daher bleibt das Loch ein verschlingendes, es strahlt nur sein Rand.

Bild5401

Als ich gerade daran dachte, diesen Doppeleffekt könnte ich publizieren, machte der Zufall das Tripel voll. Acht Seiten später bezeichnet Cotten Mayumi als „schwarzes Loch des Humors“.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: