Fehler fehlen

Apologie des Fehlers gegen die Poetologie der Schreibschulen

Es zählt der Text.
So fühlt man Absicht und man ist verstimmt, ist warum so?
Weil frau im freien Willen sich zu wenden, wo sie will, beschränkt mag sehn.
Jedoch sind Werke oft belehrend.
Engagierte Schriften werden doch gelesen.
— Sackgass.

Es zählt der Text.
Fehler lassen Leser höhnisch lachen.
Wie dumm der Autor, dass er nicht so viel weiß als wie ich!
Das Ego schmiert’s, des Lesers Sieg!
Doch kennt die Leserin den Hintergrund der Bühne?
Weiß er um die Genese jenes Fehlers?

Mag sein, dass Autor ihn beging, und übersah.
Mag sein, dass er ihm unterlief, war da und Autorin hat er gefallen.
Mag sein auch, dass er absichtsvoll geschah.
Das weiß der Leser nicht. Ist auch nicht wichtig.
Gleich bei allen drein bleibt, wie er wirkt.
Da ist der Schöpfer hinterm Text verschwunden, der Text ist da,
als Ding, und macht was mit der Leserin.
Die Wirkung ist, ad hominem gelassen, ein- und dieselbe.

Fehler spröden, eggen öde Felder durch;
zum Vorschein kommt, dass alles könnt ganz anders sein.
Fein ist solches; lässt die Leserin auch mitarbeiten.
Denken ist erreicht, fragt er: wie sollt es richtig heißen?
Denkanstoß zu geben, sollte Ziel der Literaten sein.
Arbeit an und in und mit der Sprache auszulösen auch.

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